Institut für Entwicklung und Frieden (INEF), Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST), Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH), Hessissche Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Bonn International Center for Conversion (BICC). Herausgegeben von Christoph Weller, Ulrich Ratsch, Reinhard Mutz, Bruno Schoch und Corinna Hauswedell. Das Friedensgutachten 2004 widmet sich der Frage, wie angesichts der jüngsten Verwerfungen durch Kriegführung und Gewaltkonflikte erfolgreiche Friedensstrategien aussehen können. Sind Terrorismus, Massenvernichtungswaffen und Staatszerfall die gefährlichsten oder nur die am lautesten beschworenen Bedrohungen menschlicher Sicherheit? Wir untersuchen exemplarisch Friedensprozesse und ihre Krisen: Wie sind die Konfliktentwicklungen im Irak, im Nahen und Mittleren Osten, in Zentralasien, Bolivien oder Sri Lanka zu bewerten? Was kann getan werden, um Gewalteskalation zu verhindern und gesellschaftliche Entwicklungschancen zu fördern? Friedensprozesse bedürfen auch einer Unterstützung von außen. Verfolgen die USA und die Staaten der Europäischen Union dabei die richtigen Strategien?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2004
Gregor Schöllgen bezeichnet den neuen Bericht der fünf Institute für Friedens- und Konfliktforschung recht unwirsch als "gebetsmühlenartige Wiederholung der Befunde" der letzten Berichte. Er resümiert: "Die Krisen, Kriege und Konflikte nehmen weltweit zu, der Friede ist vielerorts nicht in Sicht oder sehr fragil". Schöllgen fragt sich verärgert, warum fünf Institute an einem Thema arbeiten, "ohne dass die Ergebnisse verglichen, koordiniert und in einer konzisen Gesamtanalyse zusammengeführt werden". Dem Leser werde ein bunter Strauß mit 29 Einzelbeträgen präsentiert, so der Rezensent, die aber keine praktischen Lösungen anbieten. Besonders sträubt sich der Rezensent aber gegen die Annahme des Friedensgutachtens, dass die deutsche Politik die Sicherung ihrer Interessen hauptsächlich mit einer "Propagierung bewaffneter Gewalt" betreibe. Für ihn ist das ein "Klichee", das auch inhaltlich im Widerspruch zu dem Bericht stehen, in dem auch das wirtschaftliche Eigeninteresse an guten Beziehungen herausgestellt wird.
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