Martin Leidenfrost

Die Welt hinter Wien

Fünfzig Expeditionen
Cover: Die Welt hinter Wien
Picus Verlag, Wien 2008
ISBN 9783854526292
Gebunden, 235 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Martin Leidenfrost ist Österreicher und lebt seit 2004 im slowakischen Grenzort Devinska Nova Ves, auf der langsam vernarbenden Naht des Eisernen Vorhangs. Von dort sind es nur wenige hundert Meter nach Österreich, dreißig Kilometer nach Ungarn und fünfzig in die Tschechische Republik. "Die Welt hinter Wien" versammelt Geschichten aus einer Gegend, die auf vier Staaten, vier Staatssprachen und Dutzende Ethnien verteilt ist, und doch liegt alles ums Eck. Das Gebiet bezeichnet den mitteleuropäischen Zentralraum zwischen Alpen und Karpaten, irgendwo um die Städte Wien und Bratislava, Györ und Brno herum. Sie hat einige Bezeichnungen erhalten, Namen wie »Centrope« etwa, doch kaum ein Bewohner empfindet diesen von Grenzen zerfurchten Raum als eine organische Region. Von Devinska Nova Ves aus betrachtet erscheint sie indessen als eine natürliche Einheit. Ein Jahr lang tauchte Leidenfrost Woche für Woche in eine andere Sphäre, in eine andere Sprache, in ein anderes Milieu ein. Aus der Summe dieser Wanderungen entstand das Porträt einer verblüffend vielfältigen Region.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.03.2008

Martin Leidenfrosts preisgekrönte Kolumnen aus der "Welt hinter Wien", die er zwischen Oktober 2006 und Oktober 2007 für eine Wiener Zeitung schrieb und die jetzt in Buchform vorliegen, haben auf Christian Jostmann großen Reiz ausgeübt. Die Berichte des für ein Jahr in die Slowakei gezogenen Österreichers erzählen zum Beispiel vom Nachtleben in Brno, einer seltsamen niederösterreichischen Veranstaltung mit dem Titel "Kulturelle Unterschiede zu Tschechien" oder von einem slowakischen Dorf, das sowohl Heimat eines Kannibalen als auch des Führers der Slowakischen Nationalpartei ist, erklärt der Rezensent fasziniert. Die Stärke dieser Kolumnen liegt für Jostmann darin, dass durch die Augen des Autors das Skurrile der Beobachtungen hervortritt und dabei die slowakische Welt nicht fremder wirkt als die niederösterreichische.
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