Die Studie untersucht die Bischofsstuhlbesetzungen in zwei italienischen Kirchenprovinzen (Mailand und Salerno) für die Zeit von 1676 bis 1903. Die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, die staatlichen und kirchlichen Organe, die die Kandidaten auswählten, und die sozialen Voraussetzungen für den Eintritt in die höheren Kirchenämter werden behandelt. Die Arbeit erschließt umfangreiches vatikanisches Archivmaterial zur Personalpolitik der römischen Kurie vom Pontifikat Innozenz XI. bis Leo XIII. und bietet einen ungewöhnlichen Einblick in die Beziehungen des Papsttums zu den italienischen Staaten und in die Sozialgeschichte der italienischen Kirche.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2002
Wie wird man Bischof? Gibt es für diesen Beruf ein festes Laufbahnprofil? Gibt es nicht, hat Markus Völkel in Erfahrung gebracht, handelt es sich doch eher um eine Berufung von höchster Stelle. Gar nicht genug loben kann man seiner Meinung nach diese vorzügliche Quellenstudie und zugleich Habilitationsschrift des Historikers Martin Papenheim. Schließlich habe der Vatikan seine Personalentscheidung immer mit höchster Geheimhaltung gehandhabt: In der Beziehung habe Papenheim ungeheure Interna zu Tage gefördert. Im Prinzip gab es nur zwei Modelle der Bischofsernennung, berichtet Völkel: entweder entschied der Papst mehr oder weniger im Alleingang oder ein Kurienausschuss befasste sich mit der Angelegenheit. Wie die Kirche ihre Interessen durchsetzte, unterschied sich nicht wesentlich vom Positionsgerangel innerhalb eines Staates, stellt Völkel fest. Einer war "des anderen Schüler und Meister", schreibt er und nutzt die Gelegenheit, Papenheims "gediegene" Studie gegen die geplante Juniorprofessur anzuführen, bei der für solcherlei entlegene Themen keine Zeit und keine Mittel mehr blieben.
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