This Martin Parr retrospective is rich in the wit and colour that Parr?s work is best known for, but also offers the first serious assessment of the career of this major contemporary photographer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.02.2003
Als "Hagiografie unter postmodernem Vorzeichen", als "gewaltiges, ironisch gestaltetes Fotoalbum" würdigt Rezensent Ulf Erdmann Ziegler diesen Band über den britischen Fotografen Martin Parr. Er kommt nach Ansicht Zieglers beeindruckend daher: in Goldprägung auf Lederimitat und "haptisch extrem ansprechend". Wie Ziegler ausführt, ist das Thema Parrs die Entfremdung: Er zeige Touristen mit offenen Mündern vor albernen Kulissen, beobachte in Aktivismus gefrorene Kleinbürger an grotesk verdreckten Promenaden und zappe sich in schrillsten Farben durch Details der britischen Lebensmittelindustrie. Als Beobachter von Paaren, Familien und Reisegruppen habe Parr nicht nur sich selbst durchgesetzt, erklärt der Rezensent, sondern auch eine bestimmte Technik, mit Hilfe des Blitzlichts taghelle Szenen fast schattenlos auszuleuchten - das Gegenteil des klassischen Begriffs von gespenstisch. Ziegler hebt hervor, dass der Band mit simpelsten Bilder-Layouts und raffinierter Typografie den "ganz großen Reigen" auffalte, ohne viele der schwächeren Bilder auszusparen. Als "große Überraschung" für Parr-Verächter sieht Ziegler, dass dem "bösartigen Farbwerk" ein komplexeres schwarzweißes vorausgeht. Fazit des Rezensenten: ein "klug recherchierter Rückblick" auf das Werk des jetzt 51-jährigen Fotografen.
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