Text by Suzaan Boettger. "99 Fears" is a catalogue of insecurities created by acclaimed contemporary artist Nedko Solakov. By focusing on personal worries - from war, AIDS and plane crashes to writer's block, infidelity and the size of one's CV - "99 Fears" depicts the general free-floating anxiety of modern life in hilarious detail. In the artist's inimitable voice, handwritten captions bring the drawings to life with bold strokes of self-deprecating humour. These are the fears of an everyman but also those of an artist who grew up under communism, with all its represssions and privations, only to find a new set of apprehensions waiting for him under capitalism.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Nedko Solakovs Sammelband von 99 Schwarzweißzeichungen zum Thema Angst hat Alex Rühle gut gefallen. Alles in diesen Zeichnungen hat Angst, und die Angst bekommt in schwarz gemalte figürliche Gegenständlichkeit. Vor allem Gegensatzpaare sind in Ängsten vor ihrem jeweiligen Gegenstück verstrickt, etwa Hell und Dunkel, Warm und Kalt, Ja und Nein - der Rezensent erinnert sogar an eine frühere Installation des bulgarischen Künstlers Solakov, in der sich das hier genutzte Farbmaterial, Schwarz und Weiß, in einem endlosen Prozess gegenseitig zunichte machte. So lernt der Leser nicht nur viel über die Angst, ihre Darstellung kann auch eine (wiederum gegensätzliche) komische oder tröstliche Wirkung haben. Die komische Wirkung wird dadurch verstärkt, dass die durchweg schräg gehaltenen Köpfe der gezeichneten Figuren, wie Rühle bemerkt, womöglich die Körperhaltung seiner Ausstellungsbesucher spiegeln, insofern Solakov Texte im Museumsraum bevorzugt schräg anordnet. Und die "demütig tapfere Haltung", mit der die Figuren ihre unausweichlichen Ängste tragen, lassen, wie der Rezensent amüsiert feststellt, Solakov als großen Humanisten erscheinen.
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