Die Arbeit analysiert die Entstehung, Formierung und Wandlungen einer spezifischen politischen Rationalität in Großbritannien von der Mitte des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie fragt nach den gesellschaftlichen Problematiken, den politischen Konflikten und den diskursiven Reflexionen, die diese politische Rationalität als eine im 19. Jahrhundert in ganz Europa wirkungsmächtige Konfiguration entstehen ließen. Sie rekonstruiert die Genese und die Metamorphosen eines liberalen Regierungsdenkens, das sich mit der Wissenschaft von der politischen Ökonomie, der Problematisierung des Pauperismus und der programmatischen Reformierung des administrativen Regierungsapparates zu einem relativ stabilen, kohärenten und vorherrschenden Ensemble von sozialen, politischen und ökonomischen Deutungspraktiken ausbilden konnte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2008
Zufrieden zeigt sich Wolfgang Kersting mit dieser Geschichte des Liberalismus von Matthias Bohlender. Zwar bietet die Arbeit seines Erachtens nichts grundsätzlich Neues. Aber er schätzt sie als materialreiche Analyse der sozialreformerischen Regierungsarbeit der liberalen Gesellschaft im England des 19. Jahrhunderts, die die Ergebnisse der Forschung bestens auswertet. Kersting lobt die gut lesbare Darstellung und hebt die zahlreichen instruktiven Zitate aus diversen Programmschriften, Zeitungsartikeln und Kommissionsberichten hervor. Allerdings bedauert er in diesem Zusammenhang, dass diese Zitate dem Leser nicht im Original - etwa in Fußnoten - geboten werden.
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