Die Haie von Lagos ist (neben "Die Wahrheit über Shelby") DAS Meisterwerk, das in den 80er Jahren Matthias Schultheiss internationalen Ruf als wichtigster Comiczeichner Deutschlands nachhaltig festigte. Die ursprünglich 1986 veröffentlichte Trilogie erzählt eine moderne Piratengeschichte vor dem Hintergrund eines von Korruption, Machtgier und ökonomischem Raubbau zersetzten Landes. In dieser Sphäre allgegenwärtiger Gewalt setzt Patrick Lambert alles daran, die alleinige Herrschaft über das Piratensyndikat von Lagos zu erlangen mit äußerst blutigen Folgen.
Timur Vermes ist süchtig nach diesem Autor und seinem Werk, das er schon eine Weile zu verfolgen scheint. Matthias Schultheiss scheint ihm ein Großmeister des Comics zu sein, einer, der mit seinen "Haien" keine Seeräuberomantik präsentiert, sondern Blut, Dreck und Korruption in der afrikanischen Gegenwart. Für Vermes ein einzigartiges Vergnügen. Zumal der Autor mit Licht umgehen kann wie kein Zweiter, wie er schreibt. Auch wenn die Dialoge nicht kritikdicht sind, wie Vermes einräumt, der vierte Teil der Geschichte, die Schultheiss Ende der 80er begann, ist für den Rezensenten der Eintritt in eine explosive Wunderwelt.
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