Der Tod Hatun Sürücüs und das Geständnis ihres Bruders Ayhan haben bundesweit eine Debatte über Parallelgesellschaften ausgelöst. Das Gewaltverbrechen wurde zum Sinnbild für misslungene Integration. Wie aber konnte es zu der Tat kommen? Und wie beurteilt der Mörder sie heute, sechs Jahre danach? Erstmals und exklusiv mit den ARD-Autoren spricht er ausführlich über die Hintergründe und Umstände des Mordes. Andere, die zu Zeugen des Geschehens wurden, schildern ihre Sicht der Dinge: die beste Freundin des Opfers, Hatuns großer Bruder, der polizeilich gesucht wird, die Kronzeugin im Prozess, die seitdem mit neuer Identität im Zeugenschutz lebt...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.08.2011
Man merkt, dass Verena Mayer dies Buch von Matthias Deiss und Jo Goll über den Ehrenmord an Hatun Sürücü von 2005 nicht unberührt gelassen hat. Die Journalisten des RBB gehen dem damals Politik, Justiz und Öffentlichkeit aufrüttelnden Fall in einem Film und, noch genauer und differenzierter, in diesem Buch nach und haben dafür mit Freunden, Verwandten, dem als Täter verurteilten Bruder und anderen involvierten Personen gesprochen, teilt die Rezensentin mit. Für sie entfaltet sich hier die Tragödie einer Familie in ihrer ganzen Komplexität, was sie den Autoren hoch anrechnet. Ob man dem Bruder, den Deiss und Goll im Gefängnis interviewt haben, eine derartige "Plattform" bieten darf, findet Mayer zumindest zweifelhaft. Trotzdem muss sie zugeben, dass durch die Täterperspektive Wesentliches zur Erhellung der schrecklichen Tat beigesteuert wird. Sie findet hier das Schicksal der Familie und das ihres Opfers Hatun auf jeden Fall sehr einfühlsam und differenziert nachgezeichnet.
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