Die Ermordung von Hatun Sürücü am 07. Februar 2005 hinterließ viele Spuren, die unsere Gesellschaft bis heute beschäftigen. Eine junge Frau wird auf offener Straße von ihrem jüngeren Bruder durch drei Kopfschüsse "im Namen der Ehre" hingerichtet, weil sie "wie eine Deutsche" gelebt hat. Der Fall Sürücü bzw. Ehrenmorde und die damit einhergehenden gesellschaftlichen wie juristischen Probleme haben auch nach fast sechzehn Jahren nichts an Aktualität verloren. Die Arbeit beschränkt sich nicht auf dogmatische Gesichtspunkte, sondern greift weit darüber hinaus in die Kriminologie, insbesondere die Kriminalsoziologie des Falles. Der Autor plädiert für verstärkte Präventionsmaßnahmen, die stärkere Berücksichtigung interkultureller Kompetenzen in der Juristenausbildung und für einen verpflichtenden Ethikunterricht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2022
Rezensent Stephan Klenner hat Zweifel an Sinn und Bedeutung der juristischen Dissertation des Strafrechtlers Enis Tiz über den "Ehrenmord" an Hatun Sürücü. Dass der Fall Schlagzeilen machte, reicht Klenner nicht. Juristisch findet er ihn nicht sonderlich spannend oder komplex. Weil der Autor sich zu wenig mit den strafgesetzlichen Folgen des Mordes befasst, namentlich einer Gesetzesverschärfung von 2011, verpasst er laut Klenner die Chance, das Buch für den Leser interessanter zu machen. Stattdessen berichtet der Autor aus dem Leben der Ermordeten, allerdings ohne neue Quellen heranzuziehen, so Klenner.
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