Auf einem seiner Ausflüge durch die Prärie landet Lucky Luke ganz unvermittelt in einem Sattel, der ihm fremder nicht sein könnte: im Sattel eines Drahtesels nämlich - in dem er dann gleich auch noch den nordamerikanischen Kontinent durchqueren muss. Klar, dass das seinem eigentlichen Sattelträger Jolly Jumper gar nicht in den Kram passt. Mit Lucky Luke sattelt um widerfährt dem Berliner Comiczeichner Mawil die große Ehre, sich als erster deutscher Künstler der Comic-Ikone Lucky Luke annehmen zu dürfen. Und dieser Ehre wird er mit dieser temporeichen und vor Gags strotzenden Hommage mehr als gerecht.
Rezensent Ralph Trommer hat Mawils Comic-Hommage auf den Lucky-Luke-Erfinder Morris gut gefallen, denn anstatt das Original nur zu zitieren, hat der Zeichner seinem Lucky Luke eine originelle Geschichte zugrunde gelegt, so Trommer: Der Cowboy muss das erste europäische Fahrrad beschützen und sattelt deshalb von Pferd auf Drahtesel um, erzählt der Kritiker. Der Witz, der daraus entsteht, das originelle Seitenlayout und die vielen Anspielungen auf die Kunstgeschichte, die den Comic laut ihm zieren, kann der Rezensent nur loben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2019
Christoph Haas hat Spaß mit dem Lucky Luke aus der Hand des Berliner Zeichners Mawil. Die Geschichte, wie Luke seinen Schimmel Jolly Jumper gegen einen Drahtesel eintauscht, um einem glücklosen Fahrradkonstrukteur einen Gefallen zu tun, vermag Mawil laut Haas überzeugend rüberzubringen. Dass Luke hier mit menschlichen Schwächen ausgestattet wird, der Humor eine Spur schräger als gewohnt daherkommt und der Autor auf interne Anspielungen verzichtet, gefällt Haas gut. Ein Luke-Album mit überraschend viel Human Touch, staunt der Rezensent.
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