Als Tini ihr Baby verliert, steht für die Mittdreißigerin und ihren Freund Fritzemann die Welt still. Eine Rückkehr ins "normale" Leben scheint unmöglich, der eigene Körper wird plötzlich zum Feind. Auf Tini wartet ein Leben im Konjunktiv, sie wird von quälenden Fragen heimgesucht, Fragen nach Schicksal und Schuld, nach Strafe und Gerechtigkeit. Ganz allmählich gelingt es den beiden, sich aus der lähmenden Ohnmacht herauszuarbeiten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2020
Andreas Platthaus kann Tina Brenneisens Comic über das Leben mit einer Totgeburt allen Lesern empfehlen. Auch solche, denen eine derartige Verlusterfahrung erspart geblieben ist, verstehen, was dabei passiert, versichert er: dass etwa viel mehr stirbt als ein einzelner Mensch und was das für die Hinterbliebenen genau bedeutet. Bei Brenneisen steckt diese Erfahrung vor allem in den Bildern, erklärt Platthaus, in "deformierten Konturen" und "expressiver" Farbe und Form, als "grafischer Schrei". Für den Rezensenten eine intensive Lektüre, die an ein Tabu rührt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019
In dieser autobiografischen Graphic Novel verarbeitet Tina Brenneisen die Totgeburt ihres Kindes, erzählt Rezensent Christoph Haas. Dramaturgisch sehr gut aufbereitet, erzähle sie zunächst von der Schockdiagnose bei der Geburt, dann von der Trauer und von den unvorhergesehenen Folgen eines solchen Ereignisses wie dem Misstrauen gegenüber dem eigenen Körper und den Konflikten mit den Eltern, die in dieser Situation erneut aufreißen, so der berührte Kritiker. Am Ende stehe ein langsames Zurücktasten in die Welt, was Haas als sehr passend empfand. Die Bilder wirken auf den gewogenen Rezensenten herbstlich, sie spiegeln seiner Meinung nach in ihrem Verzicht auf genaue Perspektivierung und allzu stimmige Proportionen die umfassende Verunsicherung der Protagonistin.
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