Was für ein Trio: Jije, Franquin und Morris reisen in dieser zweibändigen Serie im Jahre 1948 in die USA, um zu finden, was vom Wilden Westen noch übrig ist. Geschickt spielt der Autor Yann mit historischen Tatsachen und völlig frei erfundenen, aber unglaublich witzigen Ideen über das, was diese drei Zeichner dort erleben. Ein fulminantes Werk, das nicht nur drei der größten Talente des frankobelgischen Comics feiert, sondern auch die Lachmuskeln auf eine harte Probe stellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.01.2013
Andreas Platthaus begeistert sich sehr für "Gringos Locos", einen Comic über drei der weltweit bekanntesten Comiczeichner: Morris, André Franquin und Jijé, aus deren Federn Reihen wie "Gaston" und "Lucky Luke" stammen. Um die Veröffentlichung des Bandes gab es allerdings allerlei Querelen, verrät der Rezensent: Yann, der Verfasser von "Gringos Locos", hatte die Geschichte der Mexiko-Reise der drei hauptsächlich in persönlichen Gesprächen mit den befreundeten Künstlern recherchiert, von denen es kaum Aufzeichnungen gibt. Nun seien die Angehörigen mit Yanns Darstellung ziemlich unzufrieden, zu zotig, zu wild kommen sie ihnen daher, und sie fürchten um das Andenken. Der Rezensent findet die Sorge unbegründet: der Comic steht in eben jener Tradition, die Jijé mitbegründet hat und die von solchen Zoten und kulturellen Klischees lebt. In der deutschen Ausgabe ist jedenfalls im Anhang eine Gegendarstellung der Familie zu finden. Die stört Platthaus dann auch weit weniger, als die Übersetzung des Comics, die sich für seinen Geschmack viel zu vieler "Französismen" bedient. Den Spaß kann ihm aber auch das nicht verderben.
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