Aus dem Spanischen von Albrecht Buschmann und Stefanie Gerhold. Herausgegeben und kommentiert von Mercedes Figueras. Anfang März 1939, die letzten Tage des republikanischen Madrid. Das Chaos in der Stadt ist unvorstellbar. Denunziation und Verdächtigungen greifen um sich, niemand ist vor niemandem mehr sicher. Die Regierung hat den letzten Rest an Autorität verspielt. Ohne sich abzustimmen, unternehmen einige Generäle und Politiker einen letzten Versuch, die Macht in die Hand zu nehmen und einen Friedensschluss zu verhandeln. Eines der vielen Einzelschicksale, die der Roman verfolgt, ist das des ahnungslosen Vicente Dalmascs, der als Verräter verdächtigt wird und in den Wirren seine Unschuld nicht beweisen kann. Ausgerechnet Lola, mit der er seine Verlobte Asuncion betrogen hat, gibt sich seinen Peinigern hin, um ihn zu retten ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.06.2001
Eine der Leidenschaften des Autors war das Theater, und diesen Sinn für den Dialog, den Aub in mehr als 40 Stücken übte, komme seinem epischen Werk zugute, bemerkt Hans-Jürgen Schmitt. Aub habe einen ganz besonderen bildhaften und dialogintensiven Sprachstil oder vielmehr eine "vom Film inspirierte dramatische Erzähltechnik" geschaffen, so Schmitt, die sich gegen den Realismus wandte. Auch in diesem vierten Band seines Panoramas vom spanischen Bürgerkrieg bleibe Aub seiner Simultantechnik mit der schnellen Abfolge von Bildern, Steckbriefen, Dialogen, Philosophemen, die ein infernalisches und polyphones Panorama jener Zeit ergäben, treu. Identifikationsfiguren bietet Aub nicht, das verratene Madrid werde zum eigentlichen Helden und Schauplatz des Romans. Aber anders als in den drei vorherigen Bänden begreife der Autor sein Labyrinth als weniger magisch, schreibt Schmitt.
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