Aus dem Französischen von Katharina Triebner-Cabald. In der Einsamkeit seiner Genfer Wohnung verliert sich Benjamin, ein nachtschwärmerischer Balletttänzer, in den Erinnerungen an seine Kindheit und an die Vaterfiguren, die ihn geprägt haben. Er sitzt wieder im Wohnzimmer seines Elternhauses in Duala und lauscht den niemals versiegenden Erzählungen seines Vaters, der die Geschichte Kameruns heraufbeschwört - der von politischen Marionetten erzählt ebenso wie von seinen Helden: von Unabhängigkeitskämpfern, Schriftstellern, Vorfahren, die sich von Beginn an gegen die weiße Sache stellten. Drei Generationen von Männern. Wenn seine Gicht es zulässt, erhebt sich der launische, dickbäuchige Vater aus dem Sessel, um ein paar Funky-Makossa-Schritte zu tanzen. Und wenn die Stimmung kippt, tritt die unbeugsame Estah Minlah hervor, um ihren Sohn vor den homophoben Angriffen ihres Sangôh-Ehemannes zu schützen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.08.2025
"Eindringlich und teilweise sehr komisch", stellt Rezensent Andreas Baum fest. Zum Glück gibt es diesen Roman aus dem Akono-Verlag über koloniale Verflechtungen und Queerness. Der schweizerisch-kamerunische Autor skizziert den Protagonisten Benjamin, einen schwulen Tänzer aus Kamerun, der sich im Genfer Exil befindet. In einer langen Nacht begegnet er seinen Ahnen, den Geistern der Kolonialgeschichte und dem verstoßenen Vater. Zwischen persönlichen und politischen Verletzungen findet er erst im Tanz mit den Ahnen und durch das Annehmen seiner widersprüchlichen Herkunft zu sich selbst. In einer eigenen Kunstsprache, die Anleihen aus kamerunischen Idiomen sowie aus dem Englischen, Deutschen und Französischen aufgreift, lässt Lobe die Götter und Ahnen fluchen und singen.
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