Mit einem Nachwort von Hans Ulrich Gumbrecht. "Hass, damit das endlich klar ist, bedeutet Wahrheit - und etwas mehr Ehrlichkeit."
Niemand in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur hasst virtuoser, fundierter und zugleich liebevoller als der Schriftsteller
Maxim Biller. Mit der Kolumne "100 Zeilen Hass" begann er seine Karriere als Journalist beim Magazin TEMPO, bevor er sich dann auch als Erzähler und Dramatiker einen Namen machte. Über 100 Mal begab er sich zwischen 1987 und 1996 Monat für Monat auf die Suche nach Wahrheit und Ehrlichkeit. Bis 1999 wurde die Kolumne im ZEIT-Magazin fortgesetzt, bis heute ist ihr Ruf
legendär. Erstmals erscheinen hier sämtliche Texte unverändert als Buch. Jede Kolumne ist ein pointierter Indizienprozess im Dienst nur einer Sache: dem Kampf für das Gute und gegen alles Schlechte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2017
Was für ein wunderbar "bitterböses" Buch, schwärmt Rezensent Jens-Christian Rabe und fordert gleich zur mehrfachen Lektüre der hier versammelten Kolumnen Maxim Billers auf. Auch wenn die Texte vor allem auf die deutsche "Hässlichkeit" und "größenwahnsinnige Kleingeistigkeit" der Achtziger und Neunziger zielen, haben sie auch heute nicht viel an Aktualität eingebüßt, versichert der Kritiker. Vergnügt liest er hier, wie Biller etwa auf Bernd Eichinger, Willy Brandt, die allgemeine Bilderflut, aber auch auf Freunde eindrischt. Dass der Autor auf Schadenfreude verzichtet und der eigenen "Selbstgerechtigkeit" durchaus mit Kritik begegnet, rechnet ihm Rabe hoch an.
"Eleganz und polemische Wucht" attestiert Rezensent Klaus Bittermann den in diesem Band versammelten "Tempo"-Kolumnen von Maxim Biller aus den Jahren 1987 bis 1999. Am liebsten würde der Kritiker das Buch der Henri-von-Nannen-Schule als "Pflichtlektüre" verordnen, denn so viel Mut, Witz, "Schärfe und Präzision" wie bei Biller findet man im heutigen "mainstreamgebürsteten" Journalismus kaum noch, meint Bittermann. Und so stört es den Rezensenten keinesfalls, dass die hier verhandelten Themen längst veraltet sind: Viel zu vergnügt liest er, wie frech Biller etwa von Heiner Müllers "quasselig-sophistischer DDR-Borniertheit" schreibt oder Beckenbauer als "bayrischen Parvenü mit Hundesalonbesitzer-Charme" bezeichnet. Eines der witzigsten Bücher der letzten Jahre, schwärmt Bittermann.
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