Mit einer Übersetzung der Folie Tristan aus dem Altfranzösischen von Friedrich Kittler. Aus der Vielzahl der im Raum der französischen und der deutschen Volkssprachen um 1200 zirkulierenden Erzählungen hatte Friedrich Kittler für eine Übersetzung in deutsche Blankverse die "Folie Tristan" in der Oxforder Version gewählt, weil sie im Gegensatz zu den häufigen Fragmenten den Status einer in sich geschlossenen textuellen Komposition hat. Hans Ulrich Gumbrecht, in seinen frühen Jahren selbst romanistischer Mediävist, führt unter dem Titel "Tristans Narrheit als Wahrheitsereignis" nicht nur in diese inkommensurable Übersetzung und in "Isolde als Sirene" ein, sondern exemplarisch in das Gesamtwerk des späten Friedrich Kittlers. Zugleich ist dieser Band unüberlesbar: ein Buch der Freunde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2013
Eigentlich hatte der kleine Essay "Isolde als Sirene" Teil von Kittlers Projekt einer Kultur- und Mediengeschichte der Antike und Vormoderne hätte werden sollen, jetzt ist sie postum ediert gesondert erschienen, zusammen mit Kittlers Neuübersetzung des kurzen, anonym überlieferten Textes "Folie Tristan", berichtet die Romanistin Walburga Hülk. Kittler deutet in seinem Essay die Sage als Ausdruck des Wissens um "die Wucht der Natur", die sich auch wider alle Rituale und Normen durchzusetzen weiß, sich närrisch gibt, und in der Liebe oft genug auch närrisch ist, erklärt die Rezensentin. Isolde verkörpert für Kittler jene Göttin, der auch schon Parmenides huldigte, die Sirene, deren Gesang auch immer Zwang ist. Die Übersetzung der "Folie Tristan" findet Hülk ansprechend aber eigenwillig und sie vermutet, dass die Philologie sich bisher an keiner so freizügigen Übersetzung abgerackert hat.
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