Die Entwicklung der Ludwig-Maximilians-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus wurde maßgeblich geprägt durch Walther Wüst, der von 1935 bis 1941 der Philosophischen Fakultät als Dekan vorstand und in den folgenden Jahren als Rektor amtierte. Ausgehend von Wüsts akademischen Ämtern werden die Strukturen der Universität München unter den Voraussetzungen der nationalsozialistischen Diktatur untersucht. Wichtige Themen sind dabei die Rolle des Dekans und Rektors bei Fragen der Personalpolitik, etwa im Bereich der Berufungsverfahren oder politisch motivierter Entlassungen, der Qualifizierung des akademischen Nachwuchses, der Repräsentation der Universität nach außen und der ideologisch motivierten Beeinflussung des akademischen Betriebs. Das Handeln Walther Wüsts zeigt dabei exemplarisch das ambivalente Verhalten eines Funktionsträgers im akademischen Bereich
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.02.2008
Rutger Hausmann referiert die Erkenntnisse von Maximilian Schreibers Studie im Detail. Für ihn stellt der Band insofern eine Besonderheit dar, als der Autor, anders als vorangegangene Darstellungen, den im Dritten Reich zu akademischen Ehren gelangten Münchener Indologen und Ahnenforscher Walther Wüst "in den universitären Alltag zurück" hole. So erfährt Hausmann "in prägnanten Skizzen" über die Institute, denen Wüst vorstand, erhält "kenntnisreich" und "ausgewogen" servierte Einblicke in das akademische Leben der Nazizeit und in die Struktur der Wissenschaftsverwaltung der Zeit "auch über München hinaus".
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