Mit einem Vorwort von Verena Lenzen. Den Auftakt dieser neuen Werkausgabe bildet der erste Band der Autobiografie "Jugend an der Isar". Hier beschreibt Schalom Ben-Chorin das München seiner Jugend. Er erzählt von seiner Schulzeit, von seinem Engagement in der jüdischen Jugendbewegung, von seinen ersten schriftstellerischen Versuchen, von fröhlichen Festen in Schwabing und bleibenden Prägungen durch das Werk großer Literaten. Im Hintergrund steigt die braune Gefahr auf: Ben-Chorins Jugend an der Isar endet, als er 1935 seine deutsche Heimat verlässt und nach Jerusalem geht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.05.2002
Das "Markenzeichen" des 1999 verstorbenen Autors sieht Andreas Kilcher in der "Vermittlung" sowohl zwischen Judentum und Christentum als auch zwischen den verschiedenen jüdischen Positionen. Er begrüßt das Erscheinen der Jugendautobiografie Ben-Chorins, die die Jahre des Autors in München beschreiben und 1974 zuerst publiziert wurden. Das Buch zeige vor allem einen "kulturellen Ortswechsel" vom Sohn Münchner assimilierter Juden, die ihre Religion nicht mehr ausübten, zum "liberalen Reformjuden", so der Rezensent Eingenommen, und er lobt die Lebenserinnerungen dafür, "Einblick" in diese Entwicklung zu geben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Der als Fritz Rosenthal geborene, 1935 nach Palästina ausgewanderte Schalom Ben-Chorin hat, betont Thomas Meyer, "die seltene Gabe der Versöhnung praktiziert". Wer in dem Religionsphilosophen nur den "harmlosen Geschichtenerzähler" sieht, täuscht sich, meint Meyer, er war immer auch der "genaue Beobachter". So erweise sich der erste Band der nun gestarteten Gesamtausgabe seiner Werke als "hellwache Erinnerung" an das München seiner frühen Jahre. Ausdrücklich gelobt wird auch das Vorwort von Verena Lenzen.
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