Zuschauen und Winken
Roman

Blumenbar Verlag, Berlin 2025
ISBN
9783351051259
Gebunden, 192 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Eine Auseinandersetzung mit unverstandener Erkrankung und die Geschichte eines Paares, das anders zusammenlebt als die meistenIhre Arbeit an der Universität stagniert, ihr Mann wird seit Jahren nicht gesund, und niemand weiß Rat. Aus dem Forschungstagebuch der Erzählerin zur Kulturgeschichte des Moores wird ein Journal der Arztbesuche und Alltagsmerkwürdigkeiten, ein Porträt der Trauer, des Glücks, der Neugier: Wie soll man leben, wenn man nicht planen kann? Mercedes Lauenstein erzählt in ihrem Roman von den Herausforderungen, vor denen zwei junge Menschen stehen, die anders zusammenleben als die meisten. Sie schreibt über die Abwehr des Menschen von unklaren Zuständen und mysteriösen Landschaften, über die ewige Sehnsucht nach einfachen Erklärungen und davon, was möglich wird, wenn man bloß hinsieht - und wirklich anfängt, miteinander zu leben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.05.2025
Gern liest sich Rezensentin Melanie Mühl durch Mercedes Lauensteins Roman, in dem ein junger Mann unter einer nicht diagnostizierbaren, urplötzlich auftauchenden und wieder verschwindenden Krankheit leidet - es liegt nahe, meint Mühl, dass es sich um Long Covid handelt. Jedenfalls wirft die Krankheit das Leben dieses Mannes, Miro sein Name, aus der Bahn, beschreibt die Rezensentin. Die Erzählerin ist Miros Freundin und sie muss mit eigenen Problemen zurecht kommen, die unter anderem mit einem Forschungsprojekt zu tun haben. Zart und einfühlsam und gar nicht selbstmitleidig ist dieses Buch erzählt, freut sich Mühl, es lebe nicht von Spannung, sondern von genauen Beobachtungen - sowie einer untergründigen Wut über das aus den Fugen geratene eigene Leben, die nur manchmal durchbreche. Insgesamt eine emotionale Gemengelage, mit der Mühl viel anfangen kann.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.02.2025
Knapp, aber sehr angetan bespricht Miriam Zeh diese Ansammlung von Notaten von Mercedes Lauenstein, die die Kritikerin gar zum Vergleich mit den "Sudelbüchern" des Physikers und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg hinreißen. Denn auch Lauensteins Held leidet an einer nicht näher benannten Krankheit, die jenen Miro schwindelnd, müde und fröstelnd werden lässt. Kein Arzt weiß Rat, gegen die Unwissenheit hilft nur das Notieren, übernommen von Miros Partnerin, der Ich-Erzählerin, resümiert Zeh. Kindheitserinnerungen und Gegenwartsreflexionen werden eingebunden, vor allem aber staunt die Rezensentin, wie tröstend, poetisch und heiter Lauenstein gegen das Nichtwissen, nicht nur der Medizin anschreibt.