Kay ist schwer verknallt - und schwer erkrankt. Auf den Crush folgt jedes Mal ein Crash, auf starkes Herzklopfen Migräne, auf Knutschen Gliederschmerzen. Während Kay versucht, den Folgen von Long Covid zu entkommen, bringen nur die Sehnsucht nach Aron und der Wunsch nach einem starken, androgynen Körper Linderung. "Muskeln aus Plastik" beschäftigt sich mit chronischer Erkrankung und Transness - und der Art und Weise, wie unsere Gesellschaft über "gesunde" Körper nachdenkt und spricht. Gibt es überhaupt eine Sprache für Schmerz?
Von Selma Kay Matter lernt Rezensent Ilo Toerkell, wie Theorie und Literatur zueinander finden können und freut sich entsprechend über dieses Werk, das "eine Leerstelle in der deutschsprachigen Literaturlandschaft" füllt. Matters Werk ist der intersektionale Versuch, die Leiden einer Long-Covid-Erkrankung aus einer queeren Perspektive zu betrachten. Der nicht-binäre Protagonist Kay leidet an chronischer Erschöpfung nach einer Covid-Krankheit, eine Erkrankung, die von außen nicht sichtbar ist, nur Kay weiß, womit man zu kämpfen hat. Er muss auf seinen Puls achten und darf sich deshalb nicht zu sehr verlieben - bis er auf Ilay trifft, der ebenfalls chronisch krank ist. Wie also eine unsichtbare Behinderung durch Sprache sichtbar gemacht werden kann - auch diese Frage wird in diesem Buch verhandelt. Es bleibt bei einer Annäherung, denn letzendlich "will der Schmerz Leerstelle bleiben", stellt der Kritiker mit Matter fest. Toerkell kann diesen Roman nur empfehlen, sowohl literarisch als auch als "Einführung in Literatur und Aktivismus der 'Disability Justice'-Bewegung".
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