Nachdem er sich 2015 in "Ende des Vogelgesangs" seiner Kindheit und Jugend in der Kriegs- und Nachkriegszeit gewidmet hat, treten nun Alter und Tod in Michael Buselmeiers Blick- und Schreibfeld. Dabei interessieren ihn vor allem die grundlegenden Veränderungen, die das Alter und speziell Alzheimer bewirken, die Metamorphosen, die wir dabei erfahren, das Verborgene, das sich im Geist einnistet - ein Lebensstoff, der schmerzt und im Detail nacherzählt werden will. Der Ich-Erzähler protokolliert die Demenzerkrankung seiner Frau Elisabeth über zwölf Jahre, beginnend mit einer Art Essay über "das fiese Alter". Tagebuchaufzeichnungen des Ich-Erzählers und Notizen von Elisabeth selbst, die ihre Panik angesichts dessen, was mit ihr geschieht, reflektieren, begleiten ihre Erkrankung. Schonungslos, aber tief berührend schreibt Buselmeier von den dunklen Seiten des Alters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.09.2021
Rezensent Jörg Plath spürt die Angst in den Lücken. Deswegen kann er gut verkraften, wie drastisch Michael Buselmeier die Demenzerkrankung seiner Frau schildert, zumal er auch hart mit sich und seinen eigenen Defizite ins Gericht geht. Der ganze Schrecken der Krankheit, ihr schleichender Prozess, die Unmöglichkeit im Andern noch den geliebten Menschen zu erkennen, schließlich die Resignation, werden deutlich, meint er. Für Plath ein so aufrichtiges wie erschütterndes Buch, nicht zuletzt in den Passagen, die Elisabeth Buselmeiers eigene Beobachtungen wiedergeben, und vor allem auch dadurch, dass der Autor das Buch offen enden lässt.
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