Aus dem Amerikanischen von Julia Franck. Als ihre Mutter sich nicht länger um den Aprikosenbaum in ihrem Garten kümmern kann, fällt Rebecca Solnit die Ernte zu - und ein Jahr des Abschieds und des Neuanfangs beginnt: Ihre Mutter bekommt Alzheimer, sie selbst Brustkrebs, ihre Beziehung endet. Und während sie zurückblickt auf dieses Jahr der Aprikosen und der Notfälle, fasst Solnit die Erzählfäden ihres Lebens zusammen - denn es ist das Erzählen, das den Menschen ausmacht, ihn vor dem Vergessen schützt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 19.07.2014
Sylvia Staude fehlt zwar mitunter etwas der rote Faden in diesem Buch der Abschweifungen der amerikanischen Autorin Rebecca Solnit, das hindert sie aber nicht daran, auch das Positive am Unzusammenhängenden zu erkennen. Wenn Solnit ihr etwa Island nur im Kontrast zu Wüstenlandschaften "sichtbar" macht oder über ihre Brustkrebs-Erkrankung die Beziehung zu ihrer Mutter beschreibt, kann Staude nicht nur folgen, sondern sogar klarer erkennen, um was es der Autorin geht. Ob Essay, Abrechnung oder Erinnerung - Solnits Buch öffnet der Rezensentin ein ums andere Mal die Augen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.06.2014
Lesenswert, empfiehlt Rezensentin Angela Schader, auch wenn das Buch von Rebecca Solnit nicht wirklich gelungen ist. Aber das Scheitern vor einem zu hoch gesteckten Ziel ist ja immer interessanter als zu beobachten, wie jemand unter der Latte hindurch schlüpft. Die amerikanische Autorin nimmt ein Geschenk ihrer dementen Mutter, 50 Kilo Aprikosen aus dem Garten, zum Anlass, beim Einmachen ihre Gedanken schweifen zu lassen - von den persönlichen (und autobiografischen) Geschehnissen um Krankheit, Trennung und die Mutter-Tochter-Beziehung bis zu abstrakteren Dingen wie Buddhismus, Romanfiguren und aussterbenden Eisbären. Das liest sich im Einzelfall ganz wunderbar, so die Rezensentin, aber auf Dauer ermüdet es sie: Der Bogen hält nicht. Aber mit einer Aprikose kommt man vielleicht über die Hänger hinweg, empfiehlt Schader.
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