Aus dem Amerikanischen von K. Diestel, I. Hunt und M. Tauschwitz. Diese Geschichte handelt von Menschen, die aus Deutschland in die USA flüchten, und ist zugleich die ur-amerikanische Immigranten-Saga als Folie für tiefgründige Reflektionen zu Individuum, Familie und Geschichte. Michael C. Blumenthal erzählt, wie seine leiblichen Eltern ihn nach der Geburt in die Obhut von zwei Holocaust-Flüchtlingen geben, und wie er deswegen mit vollkommen falschen Vorstellungen über sich und seine Herkunft aufwächst. Der Tod der vermeintlichen Mutter, die sprichwörtliche böse Stiefmutter, der befangene, selbstquälerische Vater, all das sind Elemente von Blumenthals einsamer Reise.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.09.2012
Jan Volker Röhnert spürt in dieser bereits 2003 im Original erschienenen Autobiografie des als Sohn jüdischer Auswanderer in New Jersey geborenen Schriftstellers Michael C. Blumenthal immer wieder das poetische Talent des Autors. Zum Weiterlesen empfiehlt er schon mal die zweisprachige Ausgabe "Engel, Vögel, Lieder". Vorerst aber vergnügt er sich mit diesem Text, der ihn nicht nur einmal an Woody Allen und dessen Versuche erinnert, menschliche Tragödien durch das Lachen zu überwinden. Emotional verworren erscheint ihm diese Lebensgeschichte, da der Autor mit "falschen" Eltern, Geschwistern und Tanten aufwächst, schizophren der Zustand des Autors zwischen deutsch-jüdischer Vergangenheit und amerikanischem Traum. Wie sich dieses vielfach gestörte Leben entwickelt, bildet laut Röhnert den Spannungsbogen des romanesken Buches.
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