Jeden Tag dieselben Bilder und Berichte von brennenden Gebäuden, zerstörten Wohnblocks, verzweifelten Müttern und Kindern. Dazwischen mehrdeutige Statements unserer Politiker. Sie geben sich fest entschlossen - und wirken dabei eher ziellos. Ein wachsender Teil in unserer Bevölkerung wendet sich ganz ab, viele verlieren ihr Informationsinteresse und gehen den Nachrichten über Politik und Krieg ganz aus dem Weg. Nach dem Konflikt über die Migrationspolitik, nach dem Streit um die richtigen Corona-Maßnahmen beschimpft man sich über die "richtige" Haltung zu den Kriegen in Nahost und in der Ukraine. Sind Sie dafür oder dagegen? Jeder hat die einzig wahre Sicht, die andern gelten als ahnungslos oder borniert oder haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Deutschland spaltet sich in verfeindete Meinungslager. Können wir nicht mehr über Fragen der Mitverantwortung, über Solidarität und Hilfe für die Überfallenen nachdenken und miteinander Begründungen und Beurteilungen abwägen? Doch, genau dies wollten die beiden Autoren. Statt Gesinnung und Vorurteile gegeneinander zu stellen, diskutieren sie das Streitthema "Was geht uns der Krieg in der Ukraine an? Wie können wir im offenen Diskurs unsere Haltung überprüfen und klären?"
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.02.2024
Rezensentin Nana Brink liest das Gespräch der beiden befreundeten Politologen Michael Haller und Hans-Peter Waldrich mit gemischten Gefühlen. Einerseits gefällt ihr das konventionelle Format, in dem hier über Pazifismus und Verantwortung gesprochen wird, und die Sozialisation der Gesprächspartner in der Friedensbewegung erscheint ihr vielversprechend. Andererseits schwingt sich das Gespräch kaum je zu einem echten Streitgespräch auf, findet die Rezensentin. Zu bekannt die Argumente der beiden linksliberalen Intellektuellen, zu ausweichend die Antworten auf drängende Fragen, meint sie. Das Thema Kriegsberichterstattung geht der Medienwissenschaftler Haller immerhin mit pointierter Kritik an, räumt Brink ein.
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