Thomas Piketty

Für einen ökologischen Sozialismus

Interventionen
Cover: Für einen ökologischen Sozialismus
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406837128
Gebunden, 217 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Stefan Lorenzer. Was tun, wenn die Welt brennt und die Reichsten noch Öl ins Feuer gießen? Die Herausforderungen unserer Zeit erfordern globale Lösungen, während paradoxerweise der Nationalismus ein Comeback feiert. Für Thomas Piketty gibt die weltpolitische Lage nicht nur Anlass zur Sorge, sondern auch zu einer erneuten Intervention im Namen echter Veränderung. In dieser Auswahl seiner Kolumnen aus den Jahren 2020 bis 2025 widmet er sich der ökonomischen Ungleichheit in Zeiten der ökologischen Krise und der Frage, wie wir beides endlich überwinden können. Soziale Ungleichheit und der Klimawandel gehören ohne Frage zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Thomas Piketty zeigt, dass sich diese globalen Problemlagen gegenseitig bedingen und nur zusammen gelöst werden können. Die grundlegenden Verflechtungen von Ökonomie und Umwelt betrachtet er im Prisma brisanter Themen und Debatten, von den geopolitischen Verschiebungen und der Renaissance des wirtschaftlichen Protektionismus über den Krieg Russlands gegen die Ukraine bis hin zur Zukunft Israels und Palästinas. 

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.11.2025

Ein ungemein wichtiges Buch über unsere Gegenwart hat Thomas Piketty laut Rezensent Michael Hesse geschrieben. Besonders gut gefällt Hesse, dass Piketty angesichts der Klimakrise nicht in Pessimismus verfällt, sondern ganz im Gegenteil einen fast schon utopischen Zukunftsentwurf parat hat: die Reichen, sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen, sollen stärker besteuert werden, um den Umbau hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zu ermöglichen. Piketty weist Hesse zufolge darauf hin, dass es historisch schon seit längerem eine Tendenz zu mehr Gleichheit gibt, was etwa Teilhabemöglichkeiten oder die Ausweitung des Wahlrechts angeht. Diese Dynamik will Piketty nun wieder mobilisieren im Sinne einer egalitäreren Vermögensverteilung, und zwar nicht aus moralischen, sondern aus systemischen Gründen. Pikettys Entwurf reagiert laut Hesse auch auf den neuen Ethnonationalismus Marke Trump, der neoliberale Prinzipien fortschreibt und die dabei entstehenden Härten auf Minderheiten projiziert. Politisch läuft Pikettys Argument, schließt Hesses klar positive Besprechung, auf die Forderung an die Demokratien Mitteleuropas heraus, neue Bündnisse zu suchen, um die Möglichkeitsräume zu erweitern, auch mit Blick auf den Globalen Süden.

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