Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 15.03.2000
In einer Sammelrezension bespricht Ulrike Pfeil die folgenden vier Bücher:
1) Regina Kaiser: "Wohin ich gehöre"
Um die Eroberung einer komplizierten Identität - mit türkischer Mutter und deutschem Vater - muss sich die junge Gülten in Frankfurt bemühen; und obwohl manches konstruiert wirkt, findet die Rezensentin, sind ein differenziert dargestellter Islam und ein "feines Plädoyer für ein tolerantes Miteinander" kein schlechtes Ergebnis dieser Geschichte.
2) Sabine Thomas: "Yaizas Insel"
Das Fremde bricht in Gestalt von Touristen in die Welt der kanarischen Fischertochter Yaiza ein, aber mutig und gestärkt geht sie aus dieser Konfrontation hervor, schreibt die Rezensentin; leider teilt sie nicht mit, ob ihr das Lesen Spaß gemacht hat.
3) Klaus Hagerup: "Wo die Drachen fliegen"
Zwar können Drachen fliegen, aber nur, wenn sie gut festgehalten werden: eine "poetische Erlösungsgeschichte" in der ein paar jung gebliebene Alte dem pubertierenden Mädchen Ellen über die Schwelle zum Erwachsen-Werden helfen, meint Ulrike Pfeil und freut sich, wieviel man hier außerdem übers Drachen-Bauen lernen kann.
4) Michael Hatry: "Tina, Charlie, Che und ich"
Die 68er Studentenbewegung ist der Hintergrund für diese Geschichte über ein paar Jugendliche, die die Vergangenheit ihrer "politisierenden Väter" recherchieren. Dass die Kinder der 68er inzwischen selbst längst Erwachsene sind, stört die Rezensentin ebenso wie die "lehrhaften Passagen" zur Zeitgeschichte. Sie bezweifelt, dass eine so "pseudo-unterhaltende" Präsentation die heutigen Kids interessiert. Aber wenigstens wird die Studentenbewegung nicht glorifiziert, lenkt sie am Ende etwas ein.
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