Irland 1845: Ärmlich ist das Leben von Kate, ihrem Bruder Liam und dessen besten Freund Tom. Als sie von ihrem Grund und Boden vertrieben werden, wollen sich die drei wie viele andere nach Amerika einschiffen. Doch an Bord gibt es nicht genügend Nahrung und Wasser, Typhus bricht aus, auch Liam erkrankt schwer. Kate versucht Essen für ihn zu stehlen, wird dabei von einem Matrosen erwischt, der sie zwingt, mit ihm zu schlafen. Kate ist sich sicher, dass sie jetzt ihrem geliebten Tom nie wieder unter die Augen treten kann...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
In einer Sammelrezension bespricht Siggi Seuss vier Abenteuerromane.
1) "Boston! Boston!":
An diesem Roman lobt Seuss die glaubwürdige Gestaltung des "historischen und biografischen Hintergrunds", kritisiert allerdings die bisweilen mit wenig Phantasie konstruierten Dialoge und die Übersetzung. Jedoch falle diese Schwäche angesichts der Dramatik des Romans kaum ins Gewicht.
2) "Jenseits des großen Meeres" Bd. 1: "Die Flucht" und Bd. 2: "Der blinde Passagier" (Ravensburger Verlag):
Seuss fühlt sich bei diesen beiden Bänden AVIs (ein dritter und letzter Band ist geplant) an die Abenteuer-Romane von Dickens, Twain oder Stevenson erinnert, zumindest was Stil und Thematik betrifft. AVI könne es zwar mit der Phantasie der literarischen Vorbilder nicht ganz aufnehmen, Seuss lobt aber die Verknüpfung von Fiktion und Realität als "überaus geschickt".
3) "Der weite Weg nach Westen" (Anrich Verlag):
Hier gefällt Seuss besonders, dass der Leser plötzlich feststellt, wie sich Klischees vom Wilden Westen beiläufig in Luft auflösen bzw. einem Blick auf die realen Verhältnisse dieser Zeit weichen. Schön sei auch, dass die Geschichte - obwohl Annie auf ihrer gefährlichen Reise um so manche Erkenntnis reicher werde - frei von "didaktischen Massnahmen" sei.
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