Michael Kempe

Die beste aller möglichen Welten

Gottfried Wilhelm Leibniz in seiner Zeit
Cover: Die beste aller möglichen Welten
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2022
ISBN 9783100000279
Gebunden, 352 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit 21 Schwarzweiß-Abbildungen.  Der Historiker und Leibniz-Kenner Michael Kempe erzählt von sieben Tagen in Leibniz' übervollem Leben. Sieben Tage in sieben verschiedenen Jahren, an denen Leibniz' Leben und Werk eine neue Wendung nehmen. 1675 treffen wir in Paris an, wo er morgens im Bett sitzt und arbeitet, umgeben von einem Berg an Notizzetteln - an diesem Tag bringt er erstmals das Integralzeichen "∫" zu Papier, ein großer Moment in der Mathematik - und ein zeitlebens währender Streit mit Isaac Newton und dessen Anhängern. In Hannover plaudert er 1696 am Hof mit der Kurfürstin Sophie über den Trost in der Philosophie. Sein wohl größter Wurf aber ist die Skizze einer Maschine, die mit den Zahlen 0 und 1 rechnet - Grundlage des Digitalcodes und damit des Computers.Doch auch als Philosoph hat Leibniz uns heute noch viel zu sagen. Gott mag unter allen möglichen Welten die beste geschaffen haben, wie er in seiner berühmten "Theodizee" andeutet, doch der Mensch muss sie durch sein Handeln weiter verbessern. Wissenschaft braucht nicht nur den Bund mit der Macht, sondern auch die Freiheit des Denkens. Hinter Perücke und Gehrock zeigt sich Leibniz so als modernes Individuum. Mit seinem grenzenlosen Optimismus fordert er uns auf, nie die Hoffnung aufzugeben, sondern Lösungen zu suchen. Eine spannende, vergnügliche und lebendige Reise in den Kopf eines der größten deutschen Denker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 12.05.2022

Am meisten beschäftigt Rezensent Arno Widmann nach der Lektüre von Michael Kempes "fulminantem" Buch über den Tausendsassa Leibniz, wieso kein Quentchen Sex vorkommt. Dass der neugierige Allrounder Leibniz damit nichts am Hut gehabt haben sollte, möchte Widmann nicht glauben. Davon abgesehen bietet Kempe dem Rezensenten lustvolle Lektüre, glaubhaft zudem, da Kempe ausgewiesener Kenner des Stoffes ist. Leibniz als Mathematiker, Metaphysiker, Bergbau-Fachmann, Historiker, Logiker etc. stellt der Autor laut Widmann auf so verblüffende und umfassende wie lesbare Weise dar.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2022

Rezensent Helmut Mayer erkennt "Leerläufe" in der Leibniz-Biografie des Leiters der Leibniz-Forschungsstelle zu Göttingen. Etwa, wenn Michael Kempe Philosophie und Lebensentwurf zusammenschaltet oder Wohnorte getreulich auflistet. Nicht so schlimm, meint Mayer, der sich allerdings daran stört, dass der Autor Leibniz zu wenig in seiner intellektuellen Zeit verortet. Davon abgesehen aber bietet ihm Kempe eine Leibniz gemäße nicht chronologische, jeweils von dessen Notaten, Briefen, Beschäftigungen ausgehende Lebens- und Denkgeschichte, kenntnisreich und plastisch (bei der Darstellung von Konzepten und Intuitionen), modern in der Diktion und bündig.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 24.02.2022

Rezensent Michael Opitz lernt dank Michael Kempe sieben Tage im Alltag des Universalgelehrten Leibniz kennen. "Bemerkenswert" findet der Rezensent diese Idee, die Biografie nicht chronologisch, sondern episodisch, teils fiktiv zu erzählen. Er erfährt vom Tag, an dem Leibniz ein neues Symbol für die Summe verwendete, begann Tagebuch zu schreiben oder Überlegungen zum absoluten Raum anstellte. Als Leser der ausführlichen Biografie von Christiane Hirsch, ist für den Rezensentin hier allerdings nur wenig Neues dabei, ebenso vermisst er die Thematisierung von Leibniz' Langzeitprojekten wie der Rechenmaschine.