Michael Krüger

Umstellung der Zeit

Gedichte
Cover: Umstellung der Zeit
Suhrkamp Verlag, Berlin 2013
ISBN 9783518423943
Gebunden, 117 Seiten, 18,95 EUR

Klappentext

Nach "Kurz vor dem Gewitter" (2003), "Unter freiem Himmel" (2007) und "Ins Reine" (2010) erscheint, rechtzeitig zum siebzigsten Geburtstag Michael Krügers, der neue Band seiner poetisch-lyrischen Naturerkundungen. Es sind Gedichte, die, mit einer Mischung aus Staunen und Reflexion, den Blick auf unsere Lebensverhältnisse richten - hundert Versuche, das zentrifugale Geschehen ohne große Worte, so lapidar wie möglich, zusammenzufassen, um zu einem wie immer flüchtigen Bild von der Welt zu kommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.12.2013

Voller Bewunderung bespricht Rezensent Wulf Segebrecht Michael Krügers neuen Gedichtband "Umstellung der Zeit". Zunächst einmal fragt sich der Kritiker erstaunt, wie Krüger, der seine Stellung als Chef des Hanser Verlags  zwar dieses Jahr aufgibt, nach wie vor aber mit Jurysitzungen, Buchmessen, Konferenzen, Ausstellungen, dem Lektorat der Zeitschrift "Akzente" etc. beschäftigt ist, überhaupt die Zeit findet, Lyrik zu schreiben. Und dann ist sie auch noch derart brillant, dass Segebrecht ganz vertieft in den hundert Gedichten liest, die von Natur, Abschied, Kindheit, oder Krügers Freunden - Botho Strauß oder Peter Handke - handeln. Gebildete, unaufgeregte und unangestrengte "Gedankengedichte" ganz ohne Reime, Spielereien oder Sentimentalitäten findet der Rezensent hier. Krüger erscheint ihm nicht nur als Großstadtdichter, sondern auch als "lyrischer Weltreisender". Und dass er mit seinen Hotelgedichten ganz nebenbei noch ein neues lyrisches Genre erfindet, lässt den Kritiker vollends ehrfürchtig zurück.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.10.2013

Ganz hin und weg scheint Hans-Herbert Räkel angesichts der Liebe, die ihm aus Michael Krügers poetischer Welt entgegenleuchtet, genauer, aus der Schönheit und dem Ernst der Gedichte. Dass kein Liebesgedicht darunter ist, kann Räkel also verschmerzen. Wenn Krüger zurückhaltend Natur und Wetter besingt, eine sterbende Amsel, frei von Betulichkeit, wie Räkel versichert, bleibt für den Rezensenten ein Geheimnis, ein Dunkel, Unausgesprochenes, wie der Tod und eben die Liebe. Humor eher selten, schreibt Räkel und zitiert Beispiele für die "poetischen Botschaft, die sich durch alle hundert Gedichte hindurchschlängelt", etwa die letzte Strophe des Gedichts "Lichtung", das den Band beschließt: "Alles zittert. / Und Gott zittert auch." Und dass Krügers Motive auch nach vielfachem Gebrauch noch immer wirklichkeitsverbunden sind und keine geheimen Chiffren, gefällt dem Rezensenten gut.
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