In einer Zeit zunehmender Säkularisierung und Entkirchlichung, aber auch neuer Bedürfnisse nach Religiosität und Spiritualität, nimmt das Interesse an religiösen Erscheinungen der Vergangenheit zu. Der Band "Dimensionen des Heiligen" setzt diesbezügliche spezifische Akzente. Es geht um heilige Orte, heilige Zeiten, heilige Handlungen, heilige Gegenstände, heilige Namen etc. Was Menschen jeweils heilig war und ist wird dabei nicht konfessionell beschränkt gesehen. Vor- und außerchristliche Phänomene finden genauso Behandlung wie Nachwirkungen christlicher Heiligkeitsvorstellungen in säkularer Form. "Heiliges" wird dabei nicht gegenüber "Profanem" abgegrenzt behandelt, sondern gerade in seiner besonderen Wirkkraft auf Lebenswelten, in die es eingeordnet ist. Der Band verfolgt einen vergleichenden Ansatz sowie eine Betrachtungsweise im epochenübergreifenden Längsschnitt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2001
Auf den Spuren der alten "Religionsvolkskundler" wähnt Rezensent Friedrich Wilhelm Graf den Autor Michael Mitterauer und kritisiert damit nachdrücklich seinen Ansatz der Historischen Anthropologie. Ein mangelhafte theoretische Reflexion, die wissenschaftliche Begriffsbildung durch das Aufsuchen von "subjektiven Bedeutsamkeiten" ersetze, macht die Arbeit nach Meinung des Rezensenten fast schon selbst zu einem magischen Objekt, in dem die "omnipotenten Assoziationsphantasien des Historischen Anthropologen" selbst "auf das Göttliche verweisen". Somit schaffe sich die Arbeit selbst das Objekt, das sie eigentlich untersuchen wolle. "Mitterauer will christliche Bedingungen sozialer Beziehungen erkunden", scheitert an diesem Vorhaben nach Meinung des Rezensenten kläglich, weil er "weit unter dem Reflexionsniveau der klassischen Historischen Kulturwissenschaft bleibt", indem er die "Historizität" seiner "Fragen und Begriffe abblendet". Mit einem Stoßseufzer, der nach Kant verlangt, endet die Besprechung und man glaubt eine Rezension von jemand gelesen zu haben, der durch die Hölle ging.
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