Nach seinem Lyrikdebüt "Durus Arabij - Arabische Lektionen" erscheint nun Roes' zweiter Lyrikband "Kain. Eine Elegie" An diesem streng gebauten Zyklus schrieb der Autor siebzehn Jahre von 1986 bis 2003.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2004
Geht das zusammen? Die biblische Kain-Erzählung, Niklas Luhmanns "Soziale Systeme" und die poetische Form der Elegie? Es geht, folgt man Kai Martin Wiegandt, wenn man sich Kain als Systemtheoretiker denkt und Michael Roes' Bibelnachdichtung "Kain" als Thesenlyrik liest. Wobei Roes mit der Form der Elegie völlig frei verfährt und sie eher etwas vom epigrammatischen Duktus der "Buckower Elegien" Brechts hat, meint Wiegandt, der vor seinen Lesern großes theoretisches Geschütz auffährt. Roes' Thesenlyrik definiert er folgenderweise: sperrige Sätze, die sich völlig auflösen lassen, wenn man lange genug an ihnen herumknobelt. Roes schreibe wie ein Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, konstatiert Wiegandt, seinen Metaphern sei der Ekel eingeschrieben. Kain wiederum symbolisiere für den Autor die eher anarchische Kraft eines Baal, das Kraftstrotzende, die Unmoral, die Gott mit Absicht eins auswischt, analysiert Wiegandt. Klage und Resignation fänden sich bei Kain nicht, gesteht Wiegandt, das Elegische sei dem Zorn gewichen.
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