Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2002
Jawohl: Olga Tschechowa war verwandt mit dem großen Dichter. Selten sei gewürdigt worden, so Ulrich M. Schmid, der diesen Band zusammen mit anderen Tschechow-Neuerscheinungen bespricht, dass Tschechow auch "am Anfang einer weitverzweigten Künstlerfamilie steht". Der vorliegende Band kommt für ihn also wie gerufen, auch wenn er seinen Titel ein wenig reißerisch findet. Von einem Clan kann man nicht reden - aber das Schicksal der Neffen und Nichten Tschechows wirft doch ein interessantes Schlaglicht aufs 20. Jahrhundert, meint Schmid. Da ist etwa Michail Tschechow, ein Neffe, der in den zwanziger Jahren in den Westen emigrierte und eine Schauspielerkarriere machte, die ihn bis zu einer Nebenrolle in Hitchcocks "Spellbound" führte. Oder eben Olga Tschechowa, die im deutschen Stummfilm Karriere machte, sich dann etwas nah mit den Nazis einließ und in den fünfziger Jahren eine Kosmetikfirma gründete. Schmid schätzt an den hier präsentierten Biografien, dass sich in ihnen "die historischen Kalamitäten des 20. Jahrhunderts präzise spiegeln".
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