Die Autorin verabredet sich mit Ostberliner PDS-Wählern verschiedenster Professionen an unterschiedlichen Orten Berlins und spürt den ganz persönlichen Gründen ihrer Entscheidung nach. Es sind keine Interviews im üblichen Sinne. Es ist eher ein Versuch, jedem einzelnen zuzuhören, seinen, ihm eigenen, Ton zu finden, der Zugang auch zu den privaten Gründen seiner Wahl freilegt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2002
Rita Kuczynski hat zwanzig Ostdeutsche befragt, alle miteinander PDS-Wähler, sehr erfreulich findet sie das Ergebnis nicht. Sie hat kaum mehr als "politische Blauäugigkeit" gefunden, Klischees und stabile Ressentiments gegen die Wessis. Einer bezeichnet sich als Kommunist, weiß aber kaum warum, nostalgisch erinnert sich ein anderer an das "Gemeinschaftsgefühl" beim Schlangestehen in der DDR. Überbewerten sollten man das alles nicht, meint die Rezensentin Sieglinde Geisel, denn zum einen seien die Durchschnittswähler anderer Parteien kaum wesentlich informierter und zum anderen könne Kuczynski mit der Interviewmethode kaum unter die Oberfläche gelangen. Auf die nähere Beschäftigung mit den Biografien der Befragten hat sie - und es ist klar, dass Geisel das bedauert - verzichtet; das Buch, so muss man das Resümee verstehen, hätte interessanter werden können als es ist.
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