Mit 87 Farbfotos. Mit Texten in englischer Sprache von Josh Garrett-Davis, Kirsten Rian und Michael Sherwin. "Vanishing Points" ist ein Langzeitprojekt über Schauplätze, die für die amerikanischen Ureinwohner von Bedeutung sind: heilige Berge, Erdhügel, dokumentierte Ausgrabungsstätten, ehemalige Schlachtfelder. Das Buch kombiniert großformatige Landschaftsfotografien mit kleineren Stillleben von Objekten, die an diesen Orten gesammelt wurden. Die Bilder sind Fluchtpunkte im buchstäblichen und übertragenen Sinne. Sie reflektieren darüber, welche archäologischen Spuren unsere Zivilisation hinterlassen wird und was diese über uns verraten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2021
Rezensent Kai Spanke entdeckt in den Fotos von Michael Sherwin "Fluchtpunkte" verschiedener Kulturen. Es geht in den Bildern von Kultstätten amerikanischer Indigener laut Spanke nicht nur um Spiritualität, sondern darum, inwiefern die Objekte und Orte auf den Fotos als Bedeutungsträger fungieren. Sogar eine Adlerfeder in einem Zaun wirkt auf Spanke im Kontext von Sherwins Arbeit bedeutsam, weil sie ein kulturelles Verständnis des Adlers vermittelt, das unter den Ureinwohnern Amerikas verbreitet war, wie der Rezensent erklärt. Wenn Sherwin Touristen im Monument Valley ablichtet, treffen für Spanke Signaturen der Werbung und der weißen Dominanz auf viel ältere kulturelle Kodierungen.
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