Unser Leben kennt viele lustvolle Reflexe, keineswegs nur einen, zum Beispiel den Milchreflex, der auch keine Selbstverständlichkeit ist. Wie treten diese lustvollen Reflexe im Laufe unseres Lebens auf, wie gehen wir damit um, warum blockieren wir sie manchmal und wie können wir sie rein genießen? Dieses Buch über Formen weiblicher und männlicher Orgasmen zeigt uns, dass wir dabei sind, uns den Weg zu diesen Lustreflexen zu verbauen. Anästhesie, Pharma-Cocktails und jede Art von Pillen, Milchpulver und Kaiserschnitte blockieren die natürlichen Reaktionen, unser Körpergefühl wird fremdgesteuert. Michel Odent führt uns vor Augen, was der Verlust elementarer Erfahrungen bedeutet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010
Über so manchen Aspekt dieses Buches staunt die Rezensentin Petra Gehring nicht schlecht, nicht am wenigsten jedoch darüber, dass es um Sexualität darin gar nicht wirklich geht. Vielmehr vertritt der Autor einen konservativ erweiterten Orgasmusbegriff. Nicht nur beim Sex, sondern vor allem beim Stillen und beim Gebären erfahre der Mensch bzw. naturgemäß die Frau höchste Lust. Umgekehrt: Wer sich um den "Fötus-Ejektions-Reflex" ebenso wie den "Milch-Ejektions-Reflex" bringe, sei recht arm dran. Da darf dann ein Plädoyer für die natürliche, nicht durch Schmerzmittel gelinderte oder gar durch Kaiserschnitt abgekürzte Geburt nicht fehlen. Das ganze wird mit esoterischen Untertönen versetzt, sei durchweg bestenfalls "halbwissenschaftlich" und also insgesamt, darf man zusammenfassen, ein sehr ungutes Elaborat. Und warum Michel Odent den bekannten Tod-am-Strang-Ejektions-Reflex zu empfehlen vergessen hat, möchte Petra Gehring zuletzt doch gerne wissen.
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