Der Gesundheitsmarkt wirkt wie entfesselt, immer mehr Akteure, Indikationen, Methoden konkurrieren um Aufmerksamkeit. Michelle Hildebrandt zeigt, wie Unternehmen, aber auch Ärzte und die Alternativmedizin aus wirtschaftlichen Interessen Patienten "fangen" - und wie wir uns das gerne gefallen lassen. Immer mehr Menschen werden daher unnötig oder falsch mit Medikamenten und Therapien behandelt, während zugleich unseriöse Anbieter teilweise gefährliche Methoden propagieren, statt zu lebensrettender Diagnostik aufzufordern. Damit Patienten ihre selbst verschuldete Unmündigkeit überwinden können, ist daher Wissen nötig - Michelle Hildebrandts Buch leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2022
Rezensent Stephan Sahm seufzt: So interessant der Titel auch klingt, so wenig ergiebig erscheint ihm der Inhalt dieses Buches der Psychiaterin Michelle Hildebrandt. Der Kritiker erfährt hier zwar, wie schwierig beziehungsweise unmöglich es ist, von gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für "Lifestyle"-Behandlungen, etwa für die Einnahme von Viagra, zu erhalten. Vom engen Verhältnis vieler Ärzte zur Pharmaindustrie oder von der "heiklen" Kooperation der Industrie mit Patientenvereinigungen liest er hier hingegen leider nichts. Ungenauigkeiten wie die Verwechslung von Viren und Bakterien oder Plattitüden, etwa wenn Hildebrandt den Anstieg der Fälle von Transsexualität damit erklärt, es sei heute "hip, queer zu sein", tragen ebenfalls nicht unbedingt zur Lesefreude des Kritikers bei. Vieles in diesem Buch hat man bereits bei Ivan Illich gelesen - und zwar vor fünfzig Jahren, meint Sahm.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…