Aus dem Spanischen von Isa Marin Arrizabalaga. Maria liebt es, stundenlang dabei zuzusehen, wie der Sand durch ihre Finger rinnt. Sie lächelt gern und sie merkt sich dein Gesicht, auch wenn sie dich nur einmal gesehen hat. Wenn sie dich lieb hat, kneift sie dich. Wenn sie dich nicht lieb hat, kneift sie dich auch. Oft tut Maria Dinge, die fremde Menschen nicht verstehen können. Maria hat Autismus - für Miguel Gallardo ist sie die beste Tochter, die ein Vater nur haben kann. Liebevoll und sachlich zugleich erzählt Miguel Gallardo in "Maria und ich" von sich, seiner Tochter und ihrem Anderssein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.01.2011
Völlig hingerissen ist Rezensentin Christian Schlüter von Maria und Miguel Gallardos "Maria und ich". Er beschreibt das Buch als eine am Comic orientierte Bilderzählung, als Mix verschiedenster Genres wie Bilder- und Tagebuch, Skizzenblock, Erlebnisbericht und so weiter. Im Mittelpunkt des "kunstvollen Genre-Potpourri" stehen seiner Darstellung zufolge ein zeichnender Vater und seine autistische Tochter. Die Innigkeit ihrer Beziehung, das Gespräch zwischen beiden, das eigenen Gesetzmäßigkeiten gehorcht und in dem Zeichnungen eine herausragende Rolle spielen, hat Schlüter tief beeindruckt. So ist "Maria und ich" für ihn nicht nur eine wunderbare Liebeserklärung des Vaters an seine autistische Tochter, sondern auch eine Aufforderung an den Leser, sich auf die Erlebniswelt von autistischen Kindern einzulassen und diese kennenzulernen.
Als Mischung aus Comic und bebilderter Erzählung stellt uns Sven Jachmann das Buch "Maria und ich" vor, das er als "Liebeserklärung" Miguel Gallardos an seine 12-jährige autistische Tochter, aber gleichzeitig auch als eine Einführung in die spezifisch autistische Perspektive gelesen hat. Der Autor erzählt von einem gemeinsamen Urlaub in Gran Canaria und der Ablehnung, die Vater und Tochter durch das ungewöhnliche Verhalten und Auftreten Marias von den anderen Urlaubern erfahren, lesen wir. Dass er sich dabei im handschriftlichen Text immer wieder Illustrationen bedient, ist nicht einfach nur dem Formwillen Gallardos geschuldet, sondern entspricht dem Bedürfnissen von autistischen Menschen, sich an Piktogrammen zu orientieren, erklärt uns der Rezensent. Dabei werde das Mädchen nicht zum reinen "Symptom ihrer Krankheit" gemacht wird, sondern der Leser bekomme die Gelegenheit, sich in ihre Perspektive hineinzuversetzen, so Jachmann fasziniert.
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