Aus dem Finnischen von Stefan Moster. Irma, Anfang 50, alleinstehend, ohne Job, wählt eine unkonventionelle Methode, um neue Freunde zu finden: Sie gibt sich als Mitarbeiterin eines Marktforschungsinstituts aus. Eine geniale Idee, die ihr zahlreiche Wohnungstüren öffnet. Allerdings sind Irmas Umgangsformen etwas eingerostet, ihre Fragen bisweilen irritierend unbestimmt und verblüffend privater Natur, die Untersuchungsmethoden wirken fragwürdig, ihre Erklärungen lassen zu wünschen übrig. Als die Tochter eines alten Mannes sie der Erbschleicherei verdächtigt, gerät Irma in Bedrängnis und muss fürchten, entlarvt zu werden. Dass sie mittlerweile in dem Gewohnheitstrinker Virtanen einen verlässlichen Freund gefunden hat, erweist sich in dieser Situation als sehr hilfreich ...
Rezensentin Katharina Granzin hat an Mikko Rimminens drittem Roman auf sehr gelassene Weise viel Freude, was wohl auch gut passt zu dieser entspannten Geschichte über eine Frau, die sich nach einem Irrtum in der Tür und einer Zufallsbekanntschaft eine Existenz als Meinungsforscherin ausheckt, um auf diese Weise noch mehr Menschen per Zufall kennenzulernen. Gut gefallen Granzin dabei nicht nur Rimminens Behutsamkeit und sein leiser Humor, sondern auch die Erzählhaltung des Buches, das, ganz aus der Ich-Perspektive erzählt, mit Informationen über das Leben seiner Protagonistin sehr sparsam umgeht. Mit ihrer Naivität und ihrem Optimismus wirke die selbsternannte Meinungsforscherin dabei nicht nur ordentlich stimmungsaufhellend, sondern in ihrer beiläufig alltäglichen Lebenstauglichkeit auch als Vorbild, so die Rezensentin, die Rimminen zudem attestiert, mit seinen Romanen werkübergreifend ein "freundliches soziales Panoptikum" geschaffen zu haben, das den Vergleich mit den Filmen Aki Kaurismäkis nicht zu scheuen brauche.
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