Aus dem Finnischen von Gisbert Jänicke. Daniel Katz entfaltet Stationen des Alten Testaments, des Mythos und der Historie, in sieben Kapiteln. "Am Anfang" sitzen Gott und ein gewisser Donadoni in der schäbigen Kneipe Gaia zu Thessaloniki beisammen und spielen Tavli. Donadoni (auch Don Adonai genannt), der Sohn eines Titanen und Chef der vereinigten sizilianischen und kalabrischen Mafia, ist geschäftehalber unterwegs. Gott, der sich von einem finnischen Sozialdemokraten den Namen Emil (Elohim) Hankonen geliehen hat, ist schon recht betagt, ein bisschen vergesslich, und er verliert im Spiel. Der letzte Einsatz war die Welt, sie geht an Donadoni über. Dieser weiß anfangs nichts damit anzufangen, "denn die Erde ist wüst und leer", die Menschheit scheint spurlos vom Erdboden verschwunden zu sein. In einem neuen Garten Eden aber werden zwei tiefgefrorene Androiden von einem fernen Planeten angeliefert. Sie heißen Adamo und Eva und sind von Beruf Zahnarzt und Heilgymnastin ...
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.01.2002
Es geschieht ja häufig, dass ein Rezensent über den Klappentext eines Buches spottet. Sehr selten jedoch nur beschwert er sich darüber, dass das Buch viel besser ist, als im Klappentext beschrieben. Navid Kermani findet Daniel Katz' "literarische Variation auf die Bibel" weder "amüsant" noch stimmt sie ihn "nachdenklich", statt dessen fand er "erzählerischen Slapstick" und "metaphysische Trostlosigkeit". Mit großer Bewunderung beschreibt Kermani die wilden Assoziationen, die Mischung aus Leichtigkeit und bitterem Ernst, die diesen Roman auszeichneten: Wenn Gott in der Gestalt eines gewissen Donadonis seine Allmacht unter Beweis stellen will, zaubert er sich ein kariesfreies Gebiss. Auch wenn nicht alle Erzählstränge halten, nicht alle Witze zünden - Kermani nimmt's nicht übel und feiert den Roman als "philosophisch, theologisch und unverschämt unlogisch, abstrus aktualisierend und zugleich zeitlos".
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