Mirja besucht ihre Schwester Sisko täglich im Krankenhaus. Sisko hat Krebs, und in Erwartung des nahen Endes reden die Schwestern über Leben und Tod, ihre Familie und die Vergangenheit. Sisko lebt in England, ihre Schwester Mirja, die zur Unterstützung angereist ist, in Deutschland. Die Familie kommt aber aus Finnland, und in den Geschichten von früher, von der Kindheit inmitten der Geschwister und der eigenwilligen Eltern, spielt diese Herkunft eine wichtige Rolle. Selten liest man so unverstellt von den letzten Dingen und findet dabei dennoch Trost.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.07.2016
Rezensentin Katharina Laszlo geht bedrückt hervor aus der Lektüre von Marjaleena Lembckes Roman. Wie die Autorin darin Leid und Schmerz verhandelt erscheint ihr unerhört erbarmungslos, als nicht enden wollender Reigen vom Tode Gezeichneter, gehalten durch nichts, keine Metaphysik, keine verlässliche menschliche Nähe. So unsentimental, wie Lembcke von der Unmöglichkeit der Erlösung berichtet, so subversiv erscheint Laszlo dieser Ansatz, lässt er sie doch - frei von spiritueller Erhöhung - Momente erhöhter Wahrnehmung und Wahrheit erfahren. Ein Roman als Schmerz-Maschine, das ist neu für die Rezensentin und gewöhnungsbedürftig.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.04.2016
Kühn sachlich findet Rezensent Roman Bucheli den Roman von Marjaleena Lembcke, in dem die Autorin von der Kränkung durch den Tod erzählt, aber ohne die damit verbundene Angst und Ungewissheit explizit anzusprechen. Stattdessen zeigt sie beides laut Bucheli in den Gesichtern der Figuren, zweier Schwestern, ihren Bewegungen und ihrer Sprachlosigkeit. Für den Rezensenten große Erzählkunst, weil mit dieser Nüchternheit dennoch der ganze Skandal des Abschieds zutage tritt. Atmosphärische Intensität lässt die Erinnerungen der beiden Protagonistinnen für Bucheli lebendig werden als Bruchstücke eines Lebens.
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