Herausgegeben von Barbara Richter. Nachwort und aus dem Rumänischen übersetzt von Gerhardt Csejka.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.03.2002
Dass sich der Autor nach 1990 von der Lyrik ab- und ganz der Prosa zugewandt hat, scheint Lothar Müller zu bedauern. In der vorliegenden Auswahl aus den in den Achtzigern in Rumänien erschienenen Lyrikbänden Cartarescus jedenfalls findet der Rezensent so allerhand: Ein Langgedicht, das "gekonnt auf dem Schmalen Grat zwischen trotzigem - Es geht mir gut - und unüberwindbarer Tristesse (balanciert)", ein witziges Gedicht, "geschrieben aus der Perspektive eines Motorrads" (!), ein anrührendes, das als "wunderbare rumänische Liebesgeschichte" daherkommt, ein schmuckloses allerdings auch, mit dem der Autor, wie Müller mutmaßt, im Westen ankommt: das überlebt der Poet nicht. Am stärksten, soll uns das bedeuten, ist Cartarescu, wenn er uns "eine Flaschenpost" aus den rumänischen Siebzigern und Achtzigern schickt. Dann entsteht "das Bild einer Jugend, die sich selbst schnell historisch wird, die sich beim Altern zusieht und dabei gern in Büchern, Filmen und Postern spiegelt".
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