Aus dem Englischen von Monika Baark. Elfrieda von Riesen ist eine umjubelte Konzertpianistin, reich, berühmt, verheiratet mit dem Mann, den sie liebt. Ihre Schwester Yoli ist pleite, geschieden und schläft unfehlbar mit den falschen Männern. Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein. Und doch gibt es niemanden, dem sie näher stünden als einander.
Aber Elfrieda will nicht mehr leben. Kurz vor ihrer neuen Welttournee bricht sie zusammen und bittet ihre Schwester um das Unmögliche, bittet sie um diesen letzten Dienst, der bei weitem das übersteigt, was einem Menschen zumutbar ist. Während ihr Agent sie verzweifelt zu erreichen versucht, setzt Yoli alles daran, Elfrieda Kraft und Zuversicht einzuflößen, sie für die Tour fit zu machen. Sie kämpft aus Leibeskräften. Denn wie sollte man einem solchen Wunsch entsprechen?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2016
Dass die Handlung in Miriam Toews Familienroman "Das gläserne Klavier" stellenweise nicht so recht vorankommt, kann Rezensentin Franziska Wolffheim angesichts einer gelungenen Mischung aus Komik und Tragik verschmerzen. Toews beschreibe die Beziehung zweier höchst unterschiedlicher Schwestern: die eine voller Liebe zum Leben, die andere den Tod herbei sehnend, beide aus einer Familie stammend, über die seit Generationen eine Neigung zum Suizid weitergibt. Mit dem Roman hat die Autorin ihrer verstorbenen Schwester ein Denkmal gesetzt, jedoch ohne jeden Pomp und überflüssigen Pathos, stattdessen voll feinsinniger Intimität, lobt die Kritikerin, die bekennt, kaum einmal einen so amüsanten Roman über den Tod gelesen zu haben. Und Dynamik entwickelt die Geschichte auch, so Wolffheim, vor allem durch treffsichere Dialoge, zahlreiche literarische Bezüge und eine unterhaltsame Selbstreferentialität.
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