Ganze drei Wochen hatte Helena einen Halbbruder. Lukas hat sie auf Facebook gefunden, sie haben stundenlang telefoniert, doch bevor sie sich treffen können, stirbt er bei einem Verkehrsunfall. Als Helena in den Sommerferien mit ihrem nichtsahnenden Freund in die Uckermark zum Zelten fährt, um Lukas' Grab zu besuchen, lernt sie seine beiden besten Kumpel kennen und das Mädchen, mit dem er zusammen war. Und nach Wochen des Stillstands nimmt Helenas Leben rasant an Fahrt auf.
Verena Specks-Ludwig liest Moira Franks Jugendroman als einfühlsame Coming-of-Age-Story. Wie eine 17-Jährige den Tod des ihr bisher unbekannten Halbbruders verarbeitet, findet sie spannend. Dass die Geschichte zu einer Roadnovel durch die Uckermark wird, in der die jugendlichen Figuren sich selbst, ihre Gefühle und einander kennenlernen, scheint der Rezensentin besonders gut zu gefallen. Weniger überzeugend, weil allzu inflationär verwendet, erscheint ihr die derbe Jugendsprache im Buch. Schon wegen der vielen "atmosphärischen Szenen" im Text, etwa von aufkeimender queerer Liebe, möchte die Rezensentin das Buch dennoch wärmstens empfehlen.
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