Mit 61 Abbildungen. Dieses Buch ist eine ausführliche biographische Darstellung über Heinz von Foerster, ein Buch, in das er mit der Unterstützung von Monika Bröcker noch einmal das gesamte Gewicht seines 90-jährigen Lebens gelegt hat. Es vermittelt neben der Lebensgeschichte und den wichtigsten Gedanken des "Sokrates der Kybernetik" gleichzeitig auch Welt- und Wissenschaftsgeschichte aus erster Hand.
Der Kybernetiker Heinz von Foerster ist am 2. Oktober diesen Jahres gestorben, teilt Dirk Baecker mit, so dass der mit Monika Bröcker entstandene Gesprächsband sich nun plötzlich wie sein Vermächtnis liest. Ein Vermächtnis, das Baecker sehr beeindruckt hat, und zugleich eine Art Autobiografie und Gebrauchsanweisung der von Foersterschen Philosophie darstellt. Mit viel Charme und Mutterwitz gebe von Foerster Auskunft über sein Leben, das Desaster des Krieges, die Zeit im sagenumwobenen Forschungszentrum in den USA, berichtet der Rezensent. Für ihn enthält bereits der Titel die Botschaft des Buches: teilhaben, teilnehmen an dieser Welt, und zwar als aktiv Handelnder. Die Trennung zwischen Leben und Wissenschaft sei dem Kybernetiker fremd, erklärt Baecker. Dieser habe sich für eine "fraktale Darstellung der Ethik" entschieden, für das "Prinzip der Selbstähnlichkeit", das dem "systemischen" und hierarchischen Denken fremd sei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 06.07.2002
Heinz von Foerster hat viel zuwege gebracht, weiß Peter Bexte. Mit Freuden hat er die erst im 20. Jahrhundert gewonnene Erkenntnis, dass die Beobachtung im sozialen Miteinander eine immense Bedeutung hat, in sein Denken aufgenommen. Das vorliegende Buch mit Gesprächen des Forschers mit der wesentlich jüngeren Monika Bröcker ist die "schönste Vorführung" von Foersters Denken, schwärmt der Rezensent. Das hatte einst, berichtet Bexte, Niklas Luhmann und andere Systemtheoretiker sowie viele systemisch arbeitende Therapeuten und Konstruktivisten beeinflusst. Mal abgesehen davon, informiert der Rezensent, dass dem Neffen von Ludwig Wittgenstein auch ein wesentlicher Anteil an der Kybernetik zukomme. Die Erzählungen darüber und über seine Jugendzeit in Wien bildeten denn auch das "Herzstück" dieses Bandes. Das Buch selbst hält Bexte für eine "Geste" des klugen Wissenschaftlers, und es sei eine "implizite Ethik des Miteinander", und zwar eine, die nicht dem "Bücherberg zur expliziten Ethikdiskussion" noch eins draufsetze, sondern eine, in der "ein Freigeist ins Freie" locke, ist der Rezensent angenehm überrascht.
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