Heute scheint alles selbstverständlich. Heute bevölkern Scharen von Originalklang-Truppen den Klassikmarkt, junge Musiker demonstrieren Souveränität auf alten Instrumenten, und der Begriff »Klangrede« ist längst in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. 1953, als der Cellist Nikolaus Harnoncourt gemeinsam mit seiner Frau, der Geigerin Alice, und einer Handvoll interessierter Kollegen ein privates künstlerisches Experiment begann, war Alte Musik eine Terra incognita. Vier Jahre probten die Harnoncourts und ihre Freunde im Wohnzimmer, erforschten Notenmaterial und Instrumente, Spieltechniken und Klangwirkungen, ehe sie sich an die Öffentlichkeit wagten. Unstillbare Neugier, unmerklicher Fleiß und unerschöpfliche Hingabe an eine Idee, deren Erfolg nicht von vornherein absehbar war, prägten die Pionierzeit, in der sich der Concentus Musicus Wien zum stilbildenden Ensemble formte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2003
Andres Briner geht in seiner Besprechung des Bandes über die Entstehung und Wirkungsgeschichte des Musikensembles Concentus Musicus und dessen Leiter Nikolaus Harnoncourt kaum auf das Buch ein. Der Rezensent zeichnet stattdessen detailliert den Werdegang Harnoncourts nach, der sich intensiv für die historische Aufführungspraxis alter Musik eingesetzt hat. Die Illustrationen des 15 Kapitel umfassenden Buches bezeichnet der Rezensent als "optisch etwas blass", aber immerhin "aussagekräftig". Außerdem erwähnt er ein "denkwürdiges" Bach-Konzert, das in dem Buch nicht genannt wird. Ansonsten aber hält er sich sowohl mit Kritik als auch mit Lob bei dieser Besprechung zurück.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…