"Als ich 1966 das erste Mal nach Wien übersiedelte, begann ich sofort nahezu fieberhaft an einem niemals fertiggestellten Roman über eine große Stadt zu arbeiten. Das System der Straßenbahnlinien von Wien hatte mich von Anfang an fasziniert, und genau die Strecken der einzelnen Tramway entlang gedachte ich die Handlungsfäden des erträumten Buches zu spannen, in denen sich bald schon genug Geschichten verfangen würden und dann auch tatsächlich verfingen." (Gert Jonke)
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.09.2000
Die Stadt als phantasmagorischer Ort hat literarische Tradition, behauptet Wolfgang Neuber, eine Tradition, der Gert Jonkes neuestes Buch zugleich entspreche und nicht entspreche. Das Buch ist nämlich kein Roman geworden, auch wenn es die dritte Fassung eines Fragment gebliebenen Projektes zur Stadtbeschreibung ist. Zwischen den einzelnen Kapiteln herrscht laut Neuber nur ein loser Zusammenhang, ihnen sei nur die Tatsache gemein, dass sich ein Spaziergänger auf den Weg macht oder die Straßenbahn nimmt. Aber: alle Wege führen nach Wien, in eine irreale, labyrinthische Stadt, in der dem Rezensenten unterwegs die verschachtelten Satzkonstruktionen, skurrilen Neologismen sowie die zeitlichen wie räumlichen Verschiebungen positiv aufgefallen sind.
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