Aus dem Italienischen von Christel Fröhlich und Andreas Löhrer. An einem Morgen im Frühling des Jahres 1972 wird unter einem Strommast in der Nähe von Mailand die Leiche eines Mannes gefunden, der bei einer fehlgeschlagenen Sabotageaktion ums Leben kam. Schnell stellt sich heraus: Bei dem Toten handelt es sich um Giangiacomo Feltrinelli, die berühmteste und schillerndste Verlegerpersönlichkeit Europas, Spross einer reichen Familie und militanter Linker. Der Roman montiert in virtuoser Weise zeitgenössische Presseberichte, polizeiliche Ermittlungen, Erklärungen der Politiker und verknüpft sie mit den heftigen Diskussionen, die der Tod Feltrinellis in der italienischen Linken auslöste. So gelingt es, die dramatischen 1970er-Jahre in emblematischer Weise zum Ausdruck zu bringen und der verfemten und verzerrten Figur des Verlegers ihre Würde zurückzugeben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.01.2021
Rezensentin Maike Albath findet Nanni Balestrinis neu aufgelegten Kriminalroman vor allem hinsichtlich historischer und politischer Hintergründe interessant. Der Roman erzählt auf zwei Zeitebenen von den Ermittlungen im Todesfall des Verlegers Giangiacomo Feltrinelli 1972 in Mailand, der sich bei einem Anschlagsversuch selbst in die Luft sprengte, und von einem entsprechenden Filmprojekt 17 Jahre später. Dabei bilde Balestrinis "atemloser" Stil und seine minuziöse Schilderung der Obduktion die komplizierte Phase nach dem rechtsextremen Attentat 1969 ab, meint Albath und bestaunt, wie Feltrinellis toter Körper zum "Emblem" werde und außerdem Verknüpfungen mit Aldo Moros Tod zulasse. So spüre Balestrini in seinem Roman den bis heute nachklingenden "Verwerfungen" Italiens nach, schließt die beeindruckte Rezensentin.
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