Es gibt Wörter, die wir nicht kennen. Deren Bedeutung wir aber erahnen. Als wären sie immer schon hier gewesen. Als hätten sie schon immer in uns gewohnt. Und manchmal wollen sie endlich ausgesprochen werden.
Als ihre Großmutter stirbt, diese eigenwillige Frau, die stets einen unpassenden Witz auf den Lippen hatte, beschließt Mona, ein letztes Mal in den Iran zu fliegen. Gemeinsam mit ihrer Mutter wagt sie die Reise in die trügerische Heimat. Der Rückflug in ihr Kölner Leben zwischen Coworking und Clubszene ist schon gebucht. Doch dann überredet sie ihr iranischer Langzeitliebhaber Ramin zu einem Abschiedstrip nach Bam, in jene Stadt, die fünf Jahre zuvor von einem Erdbeben komplett zerstört wurde. Und Monas Mutter schließt sich den beiden an.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.05.2017
Anregend findet Norbert Mappes-Niediek Nava Ebrahimis Entwicklungsroman über eine in Teheran geborene, in Köln lebende Muslimin. Die Erfahrungen von "Zuwanderungskindern" kommen in dem laut Rezensent klug komponierten Debüt gut rüber. Auch wenn ihm beim Lesen manchmal zum Lachen zumute ist, das Gefühl des peinlichen Berührtseins überwiegt beim Rezensenten offenbar, wenn er sich in die Protagonistin hineinversetzt und ihre "doppelte Scham" spürt. Den Ausweg der Heldin, die beiden Welten, Deutschland und Iran, mit dem je fremden Blick zu betrachten, findet der Rezensent einleuchtend.
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