Aus dem Französischen von Jutta Deutmarg. Sie trotzte Gefängnis, Exil und Zwangsscheidung, doch auf der Todesliste der Islamisten steht sie immer noch: Die ägyptische Schriftstellerin Nawal El Saadawi kämpft seit Jahrzehnten für die Rechte der Frauen in der arabischen Welt. Nun spannt die "Löwin vom Nil" einen Bogen über ihr politisches Lebenswerk und mahnt: Der Westen kann viel gegen die Unterdrückung von Frauen in islamischen Staaten tun - indem er die Zusammenarbeit mit Fundamentalisten radikal beendet. Die deutliche Botschaft einer Todesmutigen, aktueller denn je.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.11.2002
Eines hält Rezensentin Katajun Amirpur der ägyptischen Feministin Nawal El Saadawi gleich zu Beginn zu Gute: "Sie differenziert". Das unterscheidet Saadawi nach Ansichts Amirpurs beispielsweise von Alice Schwarzer. Anders als Schwarzer nämlich halte Saadawi, sich der Gefahren des religiösen Fundamentalismus durchaus bewusst, die Befreiung der Frauen und den islamischen Glauben für vereinbar. Amirpur hebt hervor, dass die Unterdrückung der Frauen für Saadawi nichts mit dem Islam an sich zu tun habe, da der Islam eigentlich die Suche nach Freiheit und Gerechtigkeit für Frauen unterstütze. Das Problem sieht die Autorin der Rezensentin zufolge eher bei den Nachfolgern Mohammeds, die die Rechte der Frauen in der Folgezeit systematisch beschnitten. Zudem seien viele der heutigen Vorschriften ohnehin nicht aus dem Koran ableitbar. Daneben kritisiert Saadawi die westliche Politik, die ihres Erachtens nach die Entwicklung der islamischen Welt behindert, hält Amirpur fest. Dabei erkenne sie auch, dass der Westen nicht an allem Schuld sei, und übe Selbstkritik. Insgesamt findet Amirpur die Analysen Saadawis überzeugend, auch wenn sie zuweilen anderer Meinung ist.
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