Niclas Seydack

Geile Zeit

Cover: Geile Zeit
Tropen Verlag, Stuttgart 2024
ISBN 9783608502602
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

 Kindheit in den 90ern. Lego, Nutellabrote und Samstagabend mit der Familie Wetten, dass..? Eine Idylle. Bis zum 11. September 2001. Dann Schweigeminuten in der Schule und die erste Liebe auf ICQ. Verkürztes Studium, unbezahlte Praktika, Berufsstart im Lockdown. Erst eine neue Rechte. Dann ein neuer Krieg. Zwischendurch Trichtersaufen. Es gilt: Je düsterer die Zukunft, desto knalliger die Klamotten. Willkommen im Leben der Millennials. Was für eine geile Zeit!

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.07.2024

Als Nicht-Angehörige der Generation der Millenials blickt Kritikerin Katharina Teutsch auf das Buch, das der Journalist Niclas Seydack über diese und damit auch über sich geschrieben hat: Er ist 1990 geboren und zeichnet eine Jugend, die zentral durch das Aufkommen des Internets und in immer rasanterer Folge ablaufende Gewaltakte, von Terror bis Amok, geprägt ist. Die "geile Zeit", die sich diese Generation versprochen hatte, wird nicht eingelöst, zu viele weltpolitische Krisen gibt es, stellt Teutsch bei der Lektüre fest, die ihr zum Teil eher autobiografisch, zum anderen Teil "kohortenanalytisch" scheint. Ein Generationenporträt, das sie "mit Gewinn" liest.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 24.07.2024

Rezensent Marc Reichwein springt mit Niclas Seydacks Generationenporträt vom "Peter-Pan-Syndrom" zur "Pandemie-Erfahrung". Die Kindheit der Millenials, zu denen der Autor selbst gehört, endete mit dem 11. September, auf den Katastrophe um Katastrophe folgte, schreibt Seydack und der Kritiker stimmt dem zu. Der Autor zeichnet seine Generation als von Selbstzweifeln und mangelndem Vertrauen in die Zukunft geprägte, ganz im Gegensatz zur materiellen Sicherheit der Generation Golf. Auf diese, bzw. Florian Illies' bekannten Text, spielt der Autor ebenso an wie auf Christian Krachts "Faserland", wie Reichwein unschwer erkennen kann. Einiges an Platz nehmen auch "Generationenmarker" aus der Popkultur ein: Lena Meyer-Landrut, Stefan Raab, Eurovision. So ganz will uns der Rezensent nicht verraten, was er von Seydacks Buch hält, er scheint es aber in jedem Fall mit Interesse gelesen zu haben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.07.2024

Mit Niclas Seydacks Buch, das die Autobiografie einer gesamten Generation sein soll, kann Rezensent Philipp Bovermann wenig anfangen. Seydack propagiere die ganze Zeit ein kollektives "Wir", das die gesamte Millennial-Generation einschließt, so Bovermann. Mit diesem "Wir" meint Seydack immer nur ein "Ich", das er zum Maßstab für alles erhebt, moniert der Kritiker. Dabei liest der Rezensent zwischen den Zeilen vielmehr das "Selbstbekenntnis einer neuen Bürgerlichkeit", die das individuelle Erleben  zum "Maßstab und Subjekt der Gesellschaft" erhebt - eigentlich genauso wie die geschmähten "Boomer". Die eigentliche Vielfalt der Erfahrungshorizonte wird von Seydack mit diesem behaupteten "Wir" plattgemacht, ärgert sich Bovermann. Letztendlich hat es nicht mehr zu bieten als Phrasen, die wenig Erkenntnisgewinn bringen und bleibe eine Autobiografie, geschrieben "in der ersten Person plural", schließt der mehr als bediente Kritiker.

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